Verglichen mit anderen Branchen stellt die Bergbauindustrie ein besonders gefährliches Arbeitsumfeld dar. Empirische Befunde zeigen, dass Beschäftigte im Bergbau, verglichen mit anderen Industriezweigen, ein deutlich erhöhtes Risiko für tödliche Arbeitsunfälle aufweisen (Feyer et al., 2001). Auch Unfälle mit nicht tödlichen Verletzungen treten im Bergbau häufig auf. Neben den erheblichen physischen und psychischen Belastungen für die betroffenen Arbeiter stellen solche Unfälle einen relevanten wirtschaftlichen Faktor dar, etwa durch Produktionsausfälle, medizinische Kosten und Folgekosten für Unternehmen und Versicherungssysteme (vgl. Leigh et al., 2004). Entsprechend besteht seit Langem ein Interesse daran, das Unfallrisiko im Bergbau durch gezielte präventive Maßnahmen zu reduzieren.
In der wissenschaftlichen Literatur wird das Auftreten von Unfällen im Arbeitskontext üblicherweise durch ein komplexes Zusammenspiel von Umweltbedingungen, organisationalen und sozialen Rahmenbedingungen sowie individuellen Einflussfaktoren modelliert. Dabei zeigte eine Metaanalyse von Wang et al. (2023), die 51 Studien zu gesundheits- und sicherheitsförderlichem Verhalten bei Bergarbeitern einschließt, dass insbesondere strukturelle und organisationale Maßnahmen, wie etwa persönliche Schutzausrüstung, Lärmreduktion und Sicherheitstrainings, einen zentralen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit leisten.
Psychologische Faktoren wurden dabei, wie in diesem Forschungsfeld üblich, soziologisch im Kontext organisationaler Rahmenbedingungen verortet, insbesondere in Form von sicherheitsrelevantem Wissen, Einstellungen und Verhalten. Systemische Analysen von Unfallereignissen im Bergbau zeigen, dass individuelle Fehlerhandlungen in der Regel nicht die primäre Ursache, sondern vielmehr das Endglied einer längeren Kausalkette darstellen: Auf individualpsychologischer Erklärungsebene können mangelnde fachliche, kognitive und psychomotorische Kompetenzen als distale Prädiktoren (Lenné et al., 2012) und Ermüdung (Bauerle et al., 2018) als proximale Auslöser von Bergbauunfällen verstanden werden. Ein meta-analytisches Pfadmodell zur allgemeinen Arbeitssicherheit zeigte, dass systematische Überbeanspruchung von Arbeitenden durch Ermüdung zu einer Reduktion kognitiver Ressourcen führen kann, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Fehlern, Verletzungen und Unfällen erhöht (Techera et al., 2016). Darüber hinaus können Unfälle auch durch absichtliche Verletzungen der Sicherheitsstandards entstehen, wobei dies häufig in der Intention geschieht, die Produktivität zu erhöhen. Dies kann auf organisationaler Ebene auf Druck des Managements oder mangelnde Sicherheitskultur, und auf individueller Ebene etwa auf sicherheitsrelevante Persönlichkeitsfaktoren zurückzuführen sein (Lenné et al., 2012). Bergbauunfälle lassen sich in diesem Sinne nicht allein durch systemisch-organisatorische Faktoren erklären, sondern sind auch mit der aktuellen und prädispositionellen Leistungsfähigkeit, Persönlichkeit, sowie sicherheitsbezogenem Wissen und Einstellungen der handelnden Personen verknüpft. Psychologische Eignungsdiagnostik zielt insofern nicht darauf ab, organisationale Verantwortung für die Betriebssicherheit zu ersetzen, sondern liefert ergänzende Informationen darüber, ob grundlegende Voraussetzungen für sicherheitsrelevantes Verhalten gegeben sind.
In der Bergbauindustrie lassen sich sicherheitsrelevante Tätigkeiten trotz betrieblicher Vielfalt gemäß ihren Anforderungen in drei zentrale Tätigkeitsgruppen einteilen: Bergbaufahrzeugführer/-innen, Bergbaumaschinenführer/-innen und Bergbautechniker/-innen. Dies spiegelt sich etwa auch in offiziellen Dokumenten rohstofffördernder Staaten, wie Simbabwes Mining Career Guide wider, welcher neben Hilfsarbeitern und Vertriebsmitarbeitern zwischen eben diesen drei Gruppen differenziert (MQA, 2018).
Die Gewichtung und Auswahl der in den vorliegenden Test Solutions enthaltenen Dimensionen orientieren sich daher an der verfügbaren empirischen Evidenz zur allgemeinen und bergbauspezifischen Betriebssicherheit sowie an der anforderungsbezogenen Bedeutung der jeweiligen Dimensionen für eine sichere und kompetente Ausführung der jeweiligen Berufsgruppen. Weiters lagen den Autoren des vorliegenden Dokuments Stichproben aus mehreren südafrikanischen Bergbauunternehmen vor, welche „Bergbaufahrzeugführer/-in“ (n = 325) und „Bergbaumaschinenführer/-innen“ (n = 341) umfassten. Mithilfe dieser Daten konnte die Anzahl an Arbeitsunfällen mit Verletzungsfolge mit kognitiven Leistungsmaßen zum Einstellungszeitpunkt in Zusammenhang gebracht werden. Persönlichkeitsmerkmale wurden ergänzend und mit geringerem Gewicht eingesetzt, da sie in der empirischen Literatur zwar mit sicherheitsrelevantem Verhalten und Unfallhäufigkeit in Zusammenhang stehen, gegenüber arbeitsorganisatorischen und leistungsbezogenen Faktoren jedoch eine nachgeordnete Rolle einnehmen und je nach Anwendungskontext zusätzlich verzerrenden sprachlichen oder kulturellen Einschränkungen unterliegen, welche die Testfairness gefährden können.
Für die vorliegenden Test Solutions wird dementsprechend für verschiedene Anwendungskontexte jeweils eine Standardvariante ohne Persönlichkeit angeboten, und eine Variante mit Persönlichkeit angeboten. Insgesamt folgt die Dimensionsauswahl und Gewichtung dem Ziel, sowohl die Unfallvermeidung als auch die Eignung für eine sichere, zuverlässige und kompetente Ausführung der jeweiligen Tätigkeit zu gewährleisten. Untenstehend werden für die jeweiligen Berufsgruppen die Anforderungen, empirische Validitätsbelege, und die daraus abgeleitete Auswahl und Gewichtung der Dimensionen beschrieben.
Bergbaufahrzeugführer/-in
Bergbaufahrzeugführer/-innen sind für das Führen von Lokomotiven und anderen schweren Transportfahrzeugen verantwortlich, mit denen Erz, Material und Ausrüstung innerhalb der Mine bewegt werden. Die Tätigkeit ist durch dynamische, zeitkritische Gefahrensituationen gekennzeichnet, in denen sicherheitsrelevante Ereignisse häufig unerwartet auftreten. Besonders sicherheitskritisch sind Arbeitsphasen, in denen Personen regelmäßig Fahrwege oder Gleisanlagen queren. Gleichzeitig erfolgt die Arbeit in einer lauten, visuell und akustisch stark beanspruchenden Umgebung mit eingeschränkter Sicht und wechselnden Umweltbedingungen. Bergbaufahrzeugführer/-innen müssen ihre Umgebung kontinuierlich überwachen, relevante Gefahrensignale frühzeitig erkennen und Steuer- oder Bremsmanöver präzise umsetzen. Fehler oder Verzögerungen können unmittelbar zu schweren Unfällen führen. Aus diesem Anforderungsprofil ergibt sich eine hohe Bedeutung grundlegender kognitiver Funktionen, wie sie auch in der verkehrspsychologischen Forschung zur Fahrsicherheit beschrieben werden.
Für die Tätigkeit von Bergbaufahrzeugführer/-innen zeigt sich insbesondere eine stabile Reaktionsleistung unter Belastung als sicherheitsrelevant. Empirische Befunde aus dem Bergbaukontext zeigen, dass reaktive Belastbarkeit über unterschiedliche Unfallkriterien hinweg die konsistentesten Zusammenhänge mit Unfall- und Verletzungsereignissen aufweist (Vorster et al., 2011; Aguilera-Vanderheyden, 2013). Auch in der vorliegenden Stichprobe von Bergbaufahrzeugführer/-innen (n = 325) zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen reaktiver Belastbarkeit und der Gesamtzahl von Verletzungen (Spearman ρ = .28). Demgegenüber erwies sich einfache Reaktionsgeschwindigkeit in den Arbeiten von Aguilera-Vanderheyden (2013) und Vorster et al. (2011), sowie in der vorliegenden Stichprobe nicht als signifikanter Prädiktor von Unfallereignissen – verkehrspsychologische Metaanalysen belegen allerdings, dass einfache Reaktionsgeschwindigkeit grundsätzlich moderate Zusammenhänge mit sicherem Fahrverhalten aufweist (Stefanidis et al., 2023).
Darüber hinaus erfordert das Führen schwerer Bergbaufahrzeuge eine zuverlässige Überblicksgewinnung, welche eine arbeitsgedächtnisnahe Fähigkeit ist, um relevante Signale, Personenbewegungen und Gefahrenhinweise frühzeitig zu erfassen. Entsprechend zeigen Untersuchungen mit professionellen Fahrern im Gefahrenparcours deutliche Zusammenhänge zwischen Überblicksgewinnung und Fahrverhalten (r = .25; Vetter et al., 2018), während allgemeinere, systematische Reviewarbeiten die zentrale Bedeutung von Arbeitsgedächtnisleistung und Aufmerksamkeitskontrolle für sicheres Fahren unter komplexen Bedingungen hervorheben (Pergantis et al., 2024; Zhang et al., 2023). Ergänzend belegen die Daten der vorliegenden Stichprobe Zusammenhänge zwischen sicherheitsrelevanten Kriterien und Konzentrationsleistung (ρ = .13) sowie Auge-Hand-Koordination (ρ = .21), was die Bedeutung stabiler Aufmerksamkeitssteuerung und präziser sensomotorischer Umsetzung unter realen Arbeitsbedingungen unterstreicht.
Wie oben diskutiert ergänzen Persönlichkeitsmerkmale kognitive Leistungsmaße insofern, dass sie keine Voraussetzung für Sicherheitsverhalten sind, sondern prädispositionell die Wahrscheinlichkeit absichtlicher Verletzungen von Sicherheitsstandards oder Regeln beeinflussen. Befunde zur allgemeinen Arbeitssicherheit zeigen, dass Persönlichkeitsmerkmale wie emotionale Stabilität (r = .15), Gewissenhaftigkeit (r = .22), internale Kontrollüberzeugungen (r = .20) und geringe Risikoneigung (r = .16) in konsistentem Zusammenhang mit Arbeitsunfällen und -verletzungen stehen (Christian et al., 2009). Dies deckt sich mit Befunden zur verkehrsbezogenen Persönlichkeit, welche etwa Zusammenhänge mit einer Fahrprobe von Berufskraftfahrer/-innen für Verantwortungsbewusstsein (Pearson r = .29) und Selbstkontrolle (r = .17) zeigten. Die genannten Persönlichkeitsmerkmale sind daher als distale individuelle Einflussfaktoren zu verstehen, die ergänzende Hinweise auf sicherheitsrelevantes Verhalten beim Steuern von Fahrzeugen im Berufskontext liefern können.
Daher besteht die Test Solution „Bergbaufahrzeugführer/-in“ aus folgenden Verfahren:
-
Reaktive Belastbarkeit (DT)
-
Reaktionsfähigkeit (Motorische Geschwindigkeit) (RT)
-
Konzentrationsfähigkeit (TACO)
-
Überblicksgewinnung (ATAVT-2): Rechts- oder Linksverkehr
-
Auge-Hand-Koordination (2HAND)
-
Optional: Verkehrsbezogene Persönlichkeit (IVPE-R): Psychische Stabilität, Verantwortungsbewusstsein, Selbstkontrolle, und Risikovermeidung
Die Tabelle unterhalb gibt eine vollständige Übersicht der spezifischen Gewichtungen der Einzeltests zur Berechnung des Gesamtwerts für die Test Solution “Bergbaufahrzeugführer/-in”.
Bitte beachten Sie, dass die Dimension „Reaktionsgeschwindigkeit“ durch den Test RT gemessen und in der Ergebnistabelle und im Profil angezeigt wird, jedoch nicht in die Gesamtbewertung eingeht. Je nach den genauen beruflichen Anforderungen kann sie bei der Interpretation der Ergebnisse als zusätzliche Information herangezogen werden.
Weitere Informationen zur Berechnung und Interpretation des Ergebnisses einer Testung finden Sie auf der Seite: Hinweise zur Auswertung und Interpretation.
|
Bergbaufahrzeugführer/-in |
Gewichtung Standardform |
Gewichtung Form mit Persönlichkeit |
|---|---|---|
|
Kognitive Fähigkeiten |
100 |
85 |
|
Reaktionsfähigkeit (Motorische Geschwindigkeit) |
10 |
8 |
|
Reaktive Belastbarkeit |
29 |
25 |
|
Konzentrationsfähigkeit |
13 |
12 |
|
Überblicksgewinnung |
25 |
21 |
|
Auge-Hand-Koordination |
23 |
19 |
|
Persönlichkeit |
0 |
15 |
|
Psychische Stabilität |
- |
3 |
|
Risikovermeidung |
- |
3 |
|
Selbstkontrolle |
- |
4 |
|
Verantwortungsbewusstsein |
- |
5 |
Die Bearbeitungsdauer der Test Solution „Bergbaufahrzeugführer/-in“ beträgt insgesamt etwa 45 Minuten und reduziert sich auf 33 Minuten, wenn auf die Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen verzichtet wird. Weiters stehen, aufgrund der im ATAVT-2 dargestellten Verkehrsszenen, zusätzlich jeweils zwei Varianten für den Rechts- und Linksverkehr zur Verfügung.
Bergbaumaschinenführer/-in
Bergbaumaschinenführer/-innen bedienen unterschiedliche schwere Maschinen, darunter Steinbohrmaschinen, Schrapper- und Trommelwinden, Lademaschinen und viele mehr. Die Tätigkeiten sind häufig durch repetitive, methodische Bedienhandlungen über längere Zeiträume hinweg gekennzeichnet. Sicherheitskritische Situationen entstehen insbesondere bei Konzentrationsverlust, fehlerhafter Koordination oder verspäteten Reaktionen auf unerwartete Ereignisse. Die Arbeit erfolgt meist in räumlich begrenzten Bereichen, jedoch unter hoher Umweltbelastung durch Lärm, Vibrationen und Ablenkungen. Im Vordergrund steht daher die stabile, kontrollierte Ausführung von Maschinenbedienung unter Beanspruchung. Aus diesen Anforderungen ergibt sich eine besondere Bedeutung der Fähigkeit, auch unter monotonen oder belastenden Bedingungen aufmerksam und reaktionsbereit zu bleiben.
Auch für Bergbaumaschinenführer/-innen zeigt die empirische Evidenz, dass reaktive Belastbarkeit den zentralen kognitiven Prädiktor sicherheitsrelevanten Verhaltens darstellt (Vorster et al., 2011; Aguilera-Vanderheyden, 2013). Entsprechend zeigte sich auch in der vorliegenden Stichprobe von n = 341 Bergbaumaschinenführer/-innen ein signifikanter Zusammenhang zwischen reaktiver Belastbarkeit und der Gesamtzahl von Verletzungen (Spearman ρ = .17). Ergänzend ist die motorische Reaktionsgeschwindigkeit von Bedeutung, da sie die zeitgerechte Auslösung sicherheitsrelevanter Bedienhandlungen ermöglicht; in der vorliegenden Stichprobe zeigte sich ein Zusammenhang vergleichbarer Größenordnung (ρ = .17). Darüber hinaus erfordert das Bedienen komplexer Maschinen unter räumlich begrenzten und sensorisch belastenden Bedingungen die Fähigkeit zur Überblicksgewinnung, um relevante Hinweise, Warnsignale oder Bewegungen im Arbeitsumfeld zuverlässig zu erfassen. Zwar liegen hierzu bislang keine spezifischen Befunde aus dem Bergbau vor, jedoch zeigen Untersuchungen aus der Bauindustrie, dass Arbeitsgedächtnisbelastung die Erkennung sicherheitsrelevanter Reize maßgeblich beeinflusst (Liko et al., 2020). Eine weitere zentrale Anforderung stellt die Konzentrationsfähigkeit dar, da Aufmerksamkeit über längere Zeiträume hinweg aufrechterhalten und Auslassungsfehler bei repetitiven Tätigkeiten vermieden werden müssen; auch hier zeigte sich in der vorliegenden Stichprobe ein Zusammenhang mit sicherheitsrelevanten Kriterien (ρ = .17). Diese Befunde decken sich mit Ergebnissen aus der Vigilanz- und Ermüdungsforschung, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen als zentrale Vermittler zwischen Arbeitsbelastung und Fehleranfälligkeit identifizieren (Bauerle et al., 2018; Techera et al., 2016).
Ergänzend können Persönlichkeitsmerkmale Hinweise auf sicherheitsrelevantes Verhalten liefern: Eine Metaanalyse zur Arbeitssicherheit zeigte konsistente Zusammenhänge von Gewissenhaftigkeit (ρ = .26) und emotionaler Stabilität (ρ = .19) mit Unfall- und Verletzungsraten, während Extraversion eine deutlich geringere Relevanz aufweist (Christian et al., 2009).
Daher besteht die Test Solution „Bergbaumaschinenführer/-in“ aus folgenden Verfahren:
-
Reaktive Belastbarkeit (DT)
-
Reaktionsfähigkeit – motorische Zeit (RT)
-
Überblicksgewinnung / visuelle Aufmerksamkeit (ATAVT-2)
-
Konzentrationsfähigkeit (TACO)
-
Optional: Big-Five Persönlichkeit (FCB5): Gewissenhaftigkeit und Emotionale Stabilität
Die Tabelle unterhalb gibt eine vollständige Übersicht der spezifischen Gewichtungen der Einzeltests zur Berechnung des Gesamtwerts für die Test Solution “Bergbaumaschinenführer/-in”.
Bitte beachten Sie, dass die Dimension „Reaktionsgeschwindigkeit“ durch den Test RT gemessen und in der Ergebnistabelle und im Profil angezeigt wird, jedoch nicht in die Gesamtbewertung eingeht. Je nach den genauen beruflichen Anforderungen kann sie bei der Interpretation der Ergebnisse als zusätzliche Information herangezogen werden.
Weitere Informationen zur Berechnung und Interpretation des Ergebnisses einer Testung finden Sie auf der Seite: Hinweise zur Auswertung und Interpretation.
|
Bergbaumaschinenführer/-in |
Gewichtung Standardform |
Gewichtung Form mit Persönlichkeit |
|---|---|---|
|
Kognitive Fähigkeiten |
100 |
84 |
|
Reaktionsfähigkeit (Motorische Geschwindigkeit) |
25 |
21 |
|
Reaktive Belastbarkeit |
25 |
21 |
|
Konzentrationsfähigkeit |
25 |
21 |
|
Überblicksgewinnung |
25 |
21 |
|
Persönlichkeit |
0 |
16 |
|
Gewissenhaftigkeit |
- |
8 |
|
Emotionale Stabilität |
- |
6 |
|
Extraversion |
- |
2 |
|
Verträglichkeit |
- |
- |
|
Offenheit |
- |
- |
Das Test Solution „Bergbaumaschinenführer/-in“ umfasst eine Bearbeitungszeit von rund 40 Minuten bzw. 28 Minuten ohne Persönlichkeitsdiagnostik.
Bergbautechniker/-in
Bergbautechniker/-innen werden häufig in Zusammenarbeit mit Ingenieuren in der Planung, Überwachung, Instandhaltung und Analyse technischer Systeme eingesetzt (vgl. MQA, 2018). Ihre Tätigkeit ist weniger durch kontinuierliche Steuer- oder Routinetätigkeiten geprägt als vielmehr durch technische Problemlösung, Diagnose und Entscheidungsfindung in den Bereichen Elektrik und Mechanik, etwa bei der Reparatur und Wartung komplexer Anlagen und Maschinen. Fehler wirken dabei häufig indirekt, können jedoch mit einem erheblichen Gefährdungs- und Schadenspotenzial für Menschen, Anlagen und Umwelt verbunden sein.
Die basalen kognitiven Voraussetzungen der Betriebssicherheit sind gemäß den oben diskutierten Befunden insbesondere die reaktive Belastbarkeit und die Konzentrationsfähigkeit (vgl. Vorster et al., 2011; Aguilera-Vanderheyden, 2013; Bauerle et al., 2018). Die Auge-Hand-Koordination bildet darüber hinaus die im Anforderungsprofil beschriebene technische Geschicklichkeit ab, die für präzise Eingriffe, Justierungen und Wartungsarbeiten erforderlich ist. Ergänzend zeigt die Literatur, dass insbesondere höhere kognitive Fähigkeiten mit Berufs- und Ausbildungserfolg in Zusammenhang stehen, so etwa das mechanisch-technische Verständnis, die räumliche Vorstellungsfähigkeit sowie das logische Schlussfolgern (vgl. Nye et al., 2022; Berkowitz & Stern, 2018). Persönlichkeitsmerkmale können optional zusätzliche Hinweise auf sicherheitsrelevantes Verhalten liefern, insbesondere im Hinblick auf Emotionale Stabilität und Gewissenhaftigkeit (vgl. Christian et al., 2009), welche auch über die Unfallvermeidung hinaus konsistent mit dem beruflichen Erfolg in Verbindung stehen (He et al., 2019).
Daher besteht die Test Solution „Bergbautechniker/-in“ aus folgenden Verfahren:
-
Reaktive Belastbarkeit (DT)
-
Auge-Hand-Koordination (2HAND)
-
Logisches Schlussfolgern (INT)
-
Räumliches Vorstellungsvermögen (INT)
-
Mechanisch-technisches Verständnis (MECH)
-
Konzentrationsfähigkeit (TACO)
-
Optional: Big-Five Persönlichkeit (FCB5): Gewissenhaftigkeit und Emotionale Stabilität
Die Tabelle unterhalb gibt eine vollständige Übersicht der spezifischen Gewichtungen der Einzeltests zur Berechnung des Gesamtwerts für die Test Solution “Bergbautechniker/-in”. Mangels spezifischer empirischer Validierungsdaten aus der Bergbauindustrie werden die beschriebenen kognitiven Leistungsmaße gleichgewichtet in die Berechnung eines Gesamtwerts einbezogen. Weitere Informationen zur Berechnung und Interpretation des Ergebnisses einer Testung finden Sie auf der Seite: Hinweise zur Auswertung und Interpretation.
|
Bergbautechniker/-in |
Gewichtung Standardform |
Gewichtung Form mit Persönlichkeit |
|---|---|---|
|
Kognitive Fähigkeiten |
100 |
84 |
|
Reaktive Belastbarkeit |
17 |
14 |
|
Konzentrationsfähigkeit |
17 |
14 |
|
Auge-Hand-Koordination |
17 |
14 |
|
Logisches Schlussfolgern |
16 |
14 |
|
Raumvorstellung |
16 |
14 |
|
Mechanisch-technisches Verständnis |
17 |
14 |
|
Persönlichkeit |
0 |
16 |
|
Gewissenhaftigkeit |
- |
8 |
|
Emotionale Stabilität |
- |
6 |
|
Extraversion |
- |
2 |
|
Verträglichkeit |
- |
- |
|
Offenheit |
- |
- |
Aufgrund der erweiterten kognitiven Anforderungen ergibt sich eine Bearbeitungsdauer von etwa 69 Minuten, die sich ohne Persönlichkeitsverfahren auf 57 Minuten verkürzt.
Das Literaturverzeichnis finden Sie hier: Literatur