Dimensionen

Neben der anwendungsspezifischen Auswahl von vordefinierten Lösungen, bieten die SFS Test Solutions eine umfassende Auswahl an Dimensionen zur Erfassung von spezifischen kognitiven Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmalen und beruflichen Interessen.

Konzeption

Die Dimensionen des Wiener Testsystems gliedern sich in die Bereiche Leistung, Persönlichkeit und Interessen. In jedem Bereich finden sich mehrere Dimensionen, die wiederum in Subdimensionen unterteilt sein können. Eine genaue Beschreibung zu den Gütekriterien und zum theoretischen Hintergrund der Tests können Sie im jeweiligen Testmanual nachlesen. Alle Manuale stehen im WTS zur Verfügung. Genauere Informationen, wie Sie die Einzeltestmanuale im WTS einsehen können, finden sie unter Kapitel Durchführung. Eine Übersicht über alle Dimensionen und Tests gibt folgende Tabelle:

Dimension

Tests

Testform

Dauer

Leistung




Alertness

RT

S6

9

Arbeitsgedächtnis

SPAN

S2

5

Auge-Hand-Koordination

2HAND

S1

4

Selektive Daueraufmerksamkeit

TACO

S3

32

Fokussierte Aufmerksamkeit

SIGNAL

S1

15

Geteilte Aufmerksamkeit

TACO

S5

10

Interferenz

STROOP

S7

15

Kognitive Flexibilität

TMT-S

S1

2

Konzentrationsfähigkeit

TACO

S1

8

Langzeitgedächtnis

INT

S2

15

Logisches Schlussfolgern

INT

S2

8


BMT

S1

8

Mechanisch-Technisches Verständnis

MECH

S1

7

Motorische Geschwindigkeit

RT

S3

5

Multitasking Fähigkeit

M-TASK

S1

18

Numerische Fähigkeit

INT

S2

9

Raumvorstellung

INT

S2

7

Reaktionsgeschwindigkeit

RT

S3

5

Reaktive Belastbarkeit

DT

S1

10

Überblicksgewinnung

ATAVT-2

S1 & S2

5


ATAVT-2

S3

6

Verarbeitungsgeschwindigkeit

TMT-S

S1

2

Verbale Fähigkeit

INT

S2

4

Vigilanz

VIGIL

S1

28

Visuelle Orientierungsfähigkeit

LAT

S1

5

Persönlichkeit




Offenheit

FCB5

S1

7

Gewissenhaftigkeit

FCB5

S1

7

Extraversion

FCB5

S1

7

Verträglichkeit

FCB5

S1

7

Emotionale Stabilität

FCB5

S1

7

Psychische Stabilität

IVPE-R

S1

12

Verantwortungsbewusstsein

IVPE-R

S1

12

Selbstkontrolle

IVPE-R

S1

12

Risikovermeidung

IVPE-R

S1

12

Interessen




Praktisch – technische Interessen

PRIO

S1

1

Intellektuell – forschende Interessen

PRIO

S1

1

Künstlerisch – sprachliche Interessen

PRIO

S1

1

Soziale Interessen

PRIO

S1

1

Unternehmerische Interessen

PRIO

S1

1

Ordnend – verwaltende Interessen

PRIO

S1

1

Leistung

Alertness

Alertness wird durch das Verfahren RT erfasst. Die Variable beschreibt die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum unter monotonen Reizbedingungen eine hohe Reaktions­geschwindigkeit zu bewahren. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des RT.

Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis wird durch das Verfahren SPAN erfasst. Die Variable beschreibt die Fähigkeit, eine beschränkte Menge an Informationen für eine kurze Zeit zu behalten, zu verarbeiten und abzurufen. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des SPAN.

Auge-Hand-Koordination

Auge-Hand-Koordination wird durch das Verfahren 2HAND erfasst. Die Variable ist ein Maß für die Fähigkeit, Augen und Hände bei feinen, kleinräumigen Bewegungen zu koordinieren. Ein hoher Prozentrang entspricht einer guten Auge-Hand-Koordination (bzw. Hand-Hand-Koordination). Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des 2HAND.

Fokussierte Aufmerksamkeit

Fokussierte Aufmerksamkeit wird durch das Verfahren SIGNAL erfasst. Die Variable beschreibt die langfristige fokussierte Aufmerksamkeit und die visuelle Differenzierungsleistung eines relevanten Signals bei vorhandenen Störsignalen. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des SIGNAL.

Geteilte Aufmerksamkeit

Geteilte Aufmerksamkeit wird durch das Verfahren TACO erfasst. Die Variable kann als die Fähigkeit definiert werden, die Aufmerksamkeit effektiv auf mehrere Informationsquellen aufzuteilen und somit mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des TACO.

Interferenz

Interferenz wird durch das Verfahren STROOP erfasst. Mit der Interferenzneigung wird das Ausmaß der Störanfälligkeit von Personen gegenüber irrelevanten Reizen gemessen. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des STROOP.

Kognitive Flexibilität

Kognitive Flexibilität wird durch das Verfahren TMT-S erfasst. Unter der Variable wird die Fähigkeit verstanden, das Verhalten und Gedanken an neue, sich verändernde oder unerwartete Ereignisse anzupassen. Sie beschreibt die Fähigkeit, zu erkennen, dass eine Handlungsstrategie nicht funktioniert und entsprechende Veränderungen vorzunehmen, um sich an die Situation anzupassen. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des TMT-S.

Konzentrationsfähigkeit

Konzentrationsfähigkeit wird durch das Verfahren COG beziehungsweise TACO erfasst. Die Variable erfasst die Fähigkeit zum konzentrierten bzw. aufmerksamen Arbeiten. Einer Person mit hoher Ausprägung in dieser Variable fällt es leicht, Details in einer ablenkenden Umgebung unter Zeitdruck schnell zu erkennen und von irrelevantem Material zu unterscheiden. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des COG und des TACO.

Langzeitgedächtnis

Langzeitgedächtnis wird durch einen Subtest des Verfahrens INT erfasst. Diese Variable misst die Fähigkeit, sich Informationen langfristig einzuprägen, sie in die eigene Wissensbasis zu integrieren und bei Bedarf wieder abzurufen und neu verknüpfen zu können. Personen mit einer hohen Ausprägung verfügen über eine hohe langfristige Merkfähigkeit.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des INT.

Logisches Schlussfolgern

Logisches Schlussfolgern wird durch einen Subtest des Verfahrens INT erfasst. Die Variable erfasst die Fähigkeit, neuartige Problemstellungen durch induktive Denkprozesse zu lösen. Eine Person mit hoher Ausprägung in dieser Variable besitzt in besonderem Maß die Fähigkeit, Regelmäßigkeiten bzw. Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und die daraus abgeleiteten Regeln anzuwenden.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des INT.

Speziell für den Einsatz im unteren Leistungsbereich empfiehlt sich die Verwendung des BMT. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des BMT.

Mechanisch-Technisches Verständnis

Mechanisch-Technisches Verständnis wird durch das Verfahren MECH erfasst. Die Variable erfasst die Fähigkeit zum Verstehen mechanischer Prinzipien und dem erfolgreichen Bearbeiten mechanisch-technischer Problemstellungen. Eine Person mit hoher Ausprägung in dieser Variable kann mechanisch-technische Abläufe effizient erfassen und daraus fundierte Einschätzungen beziehungsweise Ableitungen ziehen.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des MECH.

Motorische Geschwindigkeit

Motorische Geschwindigkeit wird durch das Verfahren RT erfasst. Die Variable gibt Auskunft über die Bewegungsgeschwindigkeit einer Person und wird als zweiter Teil der Reaktionsfähigkeit definiert. Eine Hand muss dabei auf eine Ruhetaste gelegt werden und bei einer Reizdarbietung schnellstmöglich zu einer anderen Taste (Reaktionstaste) bewegt werden. Als Maß für die motorische Geschwindigkeit dient die Zeitspanne zwischen dem Verlassen der Ruhetaste und dem Drücken der Reaktionstaste.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des RT.

Multitasking Fähigkeit

Diese wird durch das Verfahren M-TASK erfasst. Die Variable erfasst die Fähigkeit einer Person, mehrere simultane Aufgaben zu koordinieren und kognitive Ressourcen effizient zu verteilen, während gleichzeitig angemessene Leistungsniveaus über alle Aufgaben hinweg aufrechterhalten werden. 

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des M-TASK.

Numerische Fähigkeit

Numerische Fähigkeit wird durch einen Subtest des Verfahrens INT erfasst. Die Variable erfasst das Wissen um die mathematischen Grundrechnungsarten sowie die Fähigkeit, aus diesen mathematische Lösungen abzuleiten. Einer Person mit hoher Ausprägung in dieser Variable fällt es leicht, die mathematischen Grundrechenarten abzurufen und diese flexibel einzusetzen.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des INT.

Raumvorstellung

Raumvorstellung wird durch einen Subtest des Verfahrens INT erfasst. Die Variable erfasst die Fähigkeit, sich Objekte räumlich vorzustellen und mental rotieren zu können. Personen mit einer hohen Ausprägung verfügen über die Fähigkeit, sich dreidimensionale Objekte mental leicht aus unterschiedlichen Perspektiven vorstellen zu können.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des INT.

Reaktionsgeschwindigkeit

Die Variable Reaktionsgeschwindigkeit wird durch das Verfahren RT erfasst.

Als Maß für die Variable Reaktionsgeschwindigkeit dient die Zeit, die zwischen dem Beginn der Reizdarbietung und dem Verlassen einer Ruhetaste vergeht und wird neben der motorischen Geschwindigkeit als Teilaspekt der Reaktionsfähigkeit definiert.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des RT.

Reaktive Belastbarkeit

Die reaktive Belastbarkeit wird mit dem Verfahren DT erfasst. Die Anzahl der richtigen Reaktionen ist ein Maß für die reaktive Belastbarkeit der Testperson und gibt Auskunft zur Reaktionsfähigkeit unter Belastungsbedingungen. Je höher der Prozentrang, desto höher die reaktive Belastbarkeit.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des DT.

Selektive Daueraufmerksamkeit

Die Selektive Daueraufmerksamkeit wird durch das Verfahren TACO erfasst. Die Variable beschreibt die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über einen Zeitraum von ca. 30 Minuten auf einem mittleren Niveau aufrecht zu erhalten Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des TACO.

Überblicksgewinnung

Überblicksgewinnung wird durch das Verfahren ATAVT-2 erfasst. Der Personenparameter, also die Ausprägung einer Person auf einer Fähigkeitsdimension, stellt ein Maß für die Leistung der Überblicksgewinnung im Rahmen der Aufmerksamkeitskontrolle dar. Je höher der Prozentrang, desto besser ist die Fähigkeit ausgeprägt, den Fokus der Aufmerksamkeit zur Überblicksgewinnung zu kontrollieren.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des ATAVT-2.

Verarbeitungsgeschwindigkeit

Verarbeitungsgeschwindigkeit wird durch das Verfahren TMT-S erfasst. Die Verarbeitungs­geschwindigkeit ist eine kognitive Fähigkeit, die als Zeit definiert werden kann, die eine Person benötigt, um eine mentale Aufgabe durchzuführen. Sie hängt mit der Geschwindigkeit zusammen, mit der eine Person erhaltene Information verstehen und darauf reagieren kann. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des TMT-S.

Verbale Fähigkeit

Verbale Fähigkeit wird durch einen Subtest des Verfahrens INT erfasst. Die Variable Verbale Fähigkeit erfasst die Fähigkeit, die Bedeutung von Wörtern und deren zugrundeliegende Konzepte zu verstehen, miteinander in Beziehung zu setzen und Schlüsse aus diesen abzuleiten. Einer Person mit hoher Ausprägung in dieser Variable fällt es leicht, verbale Informationen zu verstehen und dieses Wissen anzuwenden.

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des INT.

Vigilanz

Vigilanz wird durch das Verfahren VIGIL erfasst. Die Variable kennzeichnet die mittlere Dauer von der Darbietung der kritischen Reize bis zum Tastendruck. Diese Variable gibt Auskunft über die Aufmerksamkeitsleistung bei geforderter anhaltender Wachsamkeit in einer reizarmen Beobachtungssituation und beinhaltet auch Aspekte der motorischen Reaktionsfähigkeit der Testperson. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des VIGIL.

Visuelle Orientierungsfähigkeit

Visuelle Orientierungsfähigkeit wird durch das Verfahren LAT erfasst. Bei dieser Variable handelt es sich um eine sehr grundlegende Fähigkeit, bei der vor allem Bereiche im primären visuellen Kortex und andere Hirnareale aktiv sind. Störungen dieser Fähigkeit lassen sich besonders bei Patienten mit Schädigungen des Gehirns wie etwa nach Schädel-Hirn Trauma, Schlaganfall oder bei neurodegenerativen Erkrankungen nachweisen. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des LAT.

Persönlichkeit

In den SFS Test Solutions werden unterschiedliche Facetten der Persönlichkeit erfasst, die je nach beruflicher Anforderung unterschiedlich relevant sind. Zur Definition der Persönlichkeits­dimensionen wird vor allem das Big Five Modell herangezogen. Dabei handelt es sich um ein Modell der Persönlichkeitspsychologie, das fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit postuliert.

Die folgenden fünf Variablen werden durch das Verfahren FCB5 erfasst. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des FCB5.

Emotionale Stabilität

Die Variable Emotionale Stabilität erfasst, wie sehr sich eine Person als belastbar und emotional kontrolliert beschreibt. Ein hoher Prozentrang in dieser Variable entspricht einer hohen Ausprägung der Emotionalen Stabilität. Personen, die einen hohen Prozentrang erzielen, beschreiben sich als ausgeglichene Personen, die gut mit emotionalen Beanspruchungen umgehen können. Sie beschreiben sich als Personen, welche stressresistent und kaum aus der Ruhe zu bringen sind. Personen mit niedrigen Werten geben dagegen an, dass sie wenig ausgeglichen und reizbar sind sowie, dass sie der Zukunft wenig positiv entgegensehen. Personen, die hohe Werte in der Dimension Emotionale Stabilität erzielen, geben an, zufriedener mit ihrer Arbeit zu sein. In Studien erwies sich dieser Faktor als ein wesentlicher Prädiktor des beruflichen Erfolgs. Die selbstberichtete allgemeine Lebenszufriedenheit einer Person hängt zudem positiv mit der Emotionalen Stabilität zusammen.

Extraversion

Die Variable Extraversion erfasst, wie sehr sich eine Person als gesellig, durchsetzungsfähig und dynamisch beschreibt. Ein hoher Prozentrang in dieser Variable entspricht einer hohen Ausprägung der Extraversion. Personen, die einen hohen Prozentrang erzielen, beschreiben sich als kontaktfreudige Personen, die einen aktiven sozialen Umgang pflegen. Sie beschreiben sich als Personen, die unternehmungsfreudig und fröhlich sind und auch bereit sind Risiken einzugehen. Personen mit niedrigen Werten geben dagegen an, dass sie distanziert und vorsichtig sowie eher wenig kontaktfreudig sind und Entscheidungen öfters anderen überlassen. In Studien erwies sich der Faktor Extraversion als relevanter Prädiktor für den beruflichen Erfolg und den Führungserfolg.

Gewissenhaftigkeit

Die Variable Gewissenhaftigkeit erfasst, wie sehr sich eine Person als pflichtbewusst, ordentlich und sorgfältig beschreibt. Ein hoher Prozentrang in dieser Variable entspricht einer hohen Ausprägung der Gewissenhaftigkeit. Personen, die einen hohen Prozentrang erzielen, beschreiben sich als ehrgeizige, verantwortungsbewusste Personen, die eine genaue und sorgfältige Arbeitsweise pflegen. Sie beschreiben sich als Personen, die gut organisiert und selbstdiszipliniert sind und sich an Regeln und Pläne halten. Personen mit niedrigen Werten geben dagegen an, dass sie unorganisiert, leichtfertig sowie eher wenig zielstrebig sind und beschreiben sich als wenig zuverlässig. In Studien zeigte sich, dass von allen Big Five Faktoren der Faktor Gewissenhaftigkeit der relevanteste Prädiktor für beruflichen Erfolg, Ausbildungserfolg und auch den Führungserfolg ist.

Verträglichkeit

Die Variable Verträglichkeit erfasst, wie sehr sich eine Person als hilfsbereit, entgegenkommend und vertrauensvoll beschreibt. Ein hoher Prozentrang in dieser Variable entspricht einer hohen Ausprägung der Verträglichkeit. Personen, die einen hohen Prozentrang erzielen, beschreiben sich als gutmütige Personen, die rücksichtsvoll und mitfühlend sind. Sie beschreiben sich als Personen, die altruistisch orientiert sind und anderen schnell verzeihen. Personen mit niedrigen Werten geben dagegen an, dass sie eher nachtragend, wenig hilfsbereit und eher misstrauisch sind sowie wenig Entgegenkommen zeigen. In Studien zeigte sich, dass der Big Five Faktor Verträglichkeit ein relevanter Prädiktor von sicherheitsrelevantem Verhalten war und auch mit beruflichem Erfolg in bestimmten Berufen (z. B. der Kundenbetreuung) zusammenhängt.

Offenheit

Die Variable Offenheit erfasst, wie sehr sich eine Person als kreativ und intellektuell aufgeschlossen beschreibt. Ein hoher Prozentrang in dieser Variable entspricht einer hohen Ausprägung der Offenheit. Personen, die einen hohen Prozentrang erzielen, beschreiben sich als neugierige, fantasievolle Personen, die neue Erfahrungen suchen. Sie beschreiben sich als Personen, die wissbegierig sind, abwechslungsreiche Aufgaben bevorzugen und anderen Sichtweisen gegenüber aufgeschlossen sind. Personen mit niedrigen Werten geben dagegen an, dass sie wenig einfallsreich sind und sich lieber mit konkreten als abstrakten Themen befassen. Sie beschreiben sich als eher weniger aufgeschlossen und bevorzugen Vertrautes. In Studien zeigte sich, dass der Faktor Offenheit ein relevanter Prädiktor des Ausbildungserfolgs ist und dass der Bildungsgrad einer Person mit der Ausprägung dieses Faktors korreliert.

Verkehrsbezogene Persönlichkeit

Die folgenden vier Variablen zur verkehrsbezogenen Persönlichkeit, werden durch das Verfahren IVPE-R erfasst. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Testmanual des IVPE-R.

Psychische Stabilität

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass die Testperson Antworten gibt, die für eine hohe psychische Stabilität sprechen. Die Person beschreibt sich somit als belastbar, emotional robust und fähig, auch in anspruchsvollen Situationen im Straßenverkehr gelassen zu reagieren. Ein unterdurchschnittlicher Prozentrang bedeutet, dass die Testperson Antworten gibt, die für eine niedrige psychische Stabilität sprechen. Die Person beschreibt sich somit als weniger belastbar und gibt an, eher emotional, d. h. beispielsweise nervös oder aggressiv, auf anspruchsvolle Situationen im Straßenverkehr zu reagieren.

Selbstkontrolle

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass die Person sich als überdurchschnittlich selbstkontrolliert beschreibt. Sie sieht sich als eher pflichtbewusst, diszipliniert und geübt im Aufschub von Belohnungen, eher reflektiert und wenig impulsiv. Ein unterdurchschnittlicher Prozentrang entspricht einem Antwortverhalten in Richtung niedrig ausgeprägter Selbstkontrolle. Die Person beschreibt sich als wenig pflichtbewusst und diszipliniert, eher impulsiv und wenig geübt darin, Belohnungen aufzuschieben.

Verantwortungsbewusstsein

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich eine Person als überdurchschnittlich sozial verantwortungsbewusst einschätzt. Die Person gibt an, dass soziale und gesellschaftliche Normen in ihrem Leben einen hohen Stellenwert einnehmen und sie bemüht ist, sich in ihrem Verhalten nach diesen Normen zu richten. Ein unterdurchschnittlicher Prozentrang weist auf ein unterdurchschnittlich ausgeprägtes soziales Verantwortungsbewusstsein hin. Die Person gibt an, dass soziale und gesellschaftliche Normen einen geringen Stellenwert in ihrem Leben einnehmen und sie sich entgegen bekannter Normen verhält.

Risikovermeidung

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson als besonders risikovermeidend beschreibt. Sie gibt an, Risiken im Straßenverkehr aus dem Weg zu gehen und stattdessen Verhaltensweisen zu zeigen, die Risiken vorbeugen. Ein niedriger Prozentrang bedeutet, dass sich die Person als eher risikobereit beschreibt. Sie gibt an, risikoreiche Situationen im Straßenverkehr zu suchen und sich auf potenziell gefährliche Situationen einzulassen, um ein Bedürfnis nach Aufregung zu befriedigen.

Berufliche Interessen

Praktisch-technische Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für manuelle Tätigkeiten oder das Bearbeiten und Herstellen von Gegenständen interessiert. Die erfragten Tätigkeiten zielen auf greifbare Ergebnisse ab und erfordern mechanisches bzw. technisches Können.

Intellektuell-forschende Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für das Beobachten bzw. Verstehen und Kontrollieren von Phänomenen interessiert. Die erfragten Tätigkeiten erfordern Fähigkeiten im mathematischen bzw. (natur-)wissenschaftlichen Bereich.

Künstlerisch-sprachliche Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für offene und unstrukturierte Tätigkeiten interessiert. Die erfragten Tätigkeiten erfordern sprachliche, künstlerische, musische oder schriftstellerische Fähigkeiten.

Soziale Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für Tätigkeiten bzw. die Arbeit mit anderen Menschen interessiert. Die erfragten Tätigkeiten erfordern zwischenmenschliche Fähigkeiten.

Unternehmerische Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für Tätigkeiten interessiert in welchen andere angeleitet bzw. dazu gebracht werden sollen eine Aufgabe auszuführen. Die erfragten Tätigkeiten erfordern Fähigkeiten im Bereich der Führung und Überzeugung.

Ordnend-verwaltende Interessen

Ein überdurchschnittlicher Prozentrang in dieser Skala bedeutet, dass sich die Testperson verstärkt für klar strukturierte Tätigkeiten mit regelhaften Abläufen interessiert. Die erfragten Tätigkeiten erfordern rechnerisches bzw. geschäftliches Können und finden sich in verwalterischen bzw. ordnenden Aufgabenbereichen.