Einsatz psychologischer Tests in der klinisch- und neuropsychologischen Diagnostik

Neuropsychologische Diagnostik im klinischen Kontext sollte stets eine hypothesengeleitete Diagnostik sein. Aufgrund von Selbstauskünften über wahrgenommene Beeinträchtigungen, Informationen über die zu Grunde liegende Erkrankung, biografischen Angaben, Verhaltensbeobachtungen und ggf. fremdanamnestischen Informationen werden in Abhängigkeit von der Fragestellung kognitive Funktionen ausgewählt, die es zu prüfen gilt. Andererseits zeigt sich in der klinischen Praxis, dass bestimmte kognitive Teilleistungen regelhaft in jeder neuropsychologischen Diagnostik erfasst werden sollten, weil sie unabhängig von den individuellen Fragestellungen eine so hohe klinische Relevanz aufweisen, dass ohne eine Berücksichtigung dieser Funktionen ein neuropsychologisches Profil unvollständig und damit nur eingeschränkt interpretierbar wäre.

Die klinisch-psychologische Diagnostik nutzt psychologische Tests, um individuelle Funktionsprofile zu erfassen, die für Diagnosestellung, Therapieplanung und Verlaufskontrolle relevant sind (Kubinger, 2019). Nach den Grundprinzipien der psychologischen Diagnostik helfen Tests dabei, kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Aspekte differenziert abzubilden und ermöglichen eine standardisierte Erfassung psychischer Eigenschaften unter kontrollierten Bedingungen (Schmidt-Atzert et al., 2021).

Die SFS Test Solutions unterstützen Anwenderinnen und Anwender dabei, aus dem Portfolio der neuropsychologischen und klinisch-psychologischen Verfahren jene auszuwählen, die den individuellen Fragestellungen am besten entsprechen. Im Anwendungsbereich Klinische Psychologie der SFS Test Solutions stehen verschiedene Lösungen bereit, die im klinisch-psychologischen und neuropsychologischen Bereich angewendet werden kann, um mögliche Einschränkungen relevanter neurokognitiver Funktionen zu erfassen. Darüber hinaus bietet das WTS mit WTS Analytics zusätzliche Funktionen für die Überwachung von Krankheitsverläufen, wie etwa den Vergleich von Testwerten über die Zeit (WTS Analytics --> Vergleich über Zeit).

Weiters kommen psychologische Tests in der klinisch-psychologischen Diagnostik als Grundlage für die Therapieevaluation und für Rehabilitationsmaßnahmen zum Einsatz. Studien belegen die Wirksamkeit evidenzbasierter neuropsychologischer Therapieansätze, wobei die computergestützte Diagnostik eine zentrale Rolle für die Behandlungsplanung spielt (Cicerone et al., 2011). Die computergestützte Diagnostik ermöglicht eine hohe Standardisierung und Objektivität, wodurch diagnostische Entscheidungen transparent und nachvollziehbar werden (Brezovsky, 2009). Insbesondere in der neuropsychologischen Rehabilitation können psychologische Tests genutzt werden, um gezielt die individuelle Ausprägung von Defiziten zu erfassen und maßgeschneiderte Therapieprogramme abzuleiten, die eine bestmögliche Wiedereingliederung in Alltag, Arbeitsleben und sozialem Umfeld ermöglichen (Cramon & Zihl, 2013).


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