Mithilfe des Testgenerators können erstellten Tests / Fragebögen eigene Normen hinzugefügt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass eine Normtabelle vorliegt. Diese kann auf Basis vorhandener Daten selbst berechnet werden (z. B. Berechnung von Prozenträngen für jeden möglichen Rohwert) oder ggf. aus bereits vorhandenen Normtabellen übertragen werden. Eine Norm ermöglicht es, die Ergebnisse einer Testung in Bezug zu einer Referenzstichprobe zu setzen und bildet die Voraussetzung für eine eindeutige Interpretierbarkeit des Testergebnisses (bei der normorientierten Diagnostik).
Um einem Test eine Norm hinzuzufügen, wählen Sie auf der Hauptseite des Testgenerators im WTS die Option Normen (siehe Screenshot unterhalb) aus.
Es öffnet sich der Normeditor. Mit dem Button Norm kann eine neue Norm hinzugefügt werden (siehe Screenshot unterhalb).
Jeder Norm muss eine Kurzbezeichnung gegeben werden. Diese gibt der Norm einen Namen und wird im Ergebnisbericht angezeigt, wenn die Norm verwendet wird. Zudem ist es erforderlich jeder Norm eine Norm ID (eindeutige Nummerierung) zuzuweisen. Falls mehrere Normen vorliegen, kann eine Norm als Standardnorm gesetzt werden, welche zur Normierung herangezogen wird, sofern nicht von der Anwenderin eine andere Norm ausgewählt wird. Zudem kann im Feld Verwendeter Normwert die Art des Normwerts gewählt werden (z. B. Prozentrang).
Achtung: Zurzeit werden im Normeditor nur Normen auf Basis von Prozenträngen unterstützt. Sollten Normwerte mit einem anderen Wertebereich verwendet werden, kann es zu fehlerhaften Auswertungen und Darstellungen kommen.
Für jede Norm sollten im Bereich Angaben zur Stichprobe Informationen zur Zusammensetzung der Stichprobe angeführt werden, auf deren Basis die Normwerte bestimmt wurden. Für jede Norm muss zumindest das minimale und maximale Alter der Personen in der Normstichprobe angeführt werden. Das Format ist dabei Jahr;Monat (z. B: 14;6). Zudem kann angegeben werden, wie viele Männer und Frauen in der Stichprobe enthalten sind, in welchem Jahr die Stichprobe erhoben wurde und wie die Verteilung der Bildungsgrade ist. Die Bildungsgrade folgen dabei der Logik im WTS wobei 1 = Kein Schulabschluss (weniger als 9 Schuljahre) oder Sonderschule, 2 = Pflichtschule oder Realschule abgeschlossen (9-10 Schuljahre), 3 = Fachschule bzw. Berufsausbildung abgeschlossen (10-12 Jahre Ausbildung), 4 = Höhere Schule mit Abitur/Matura abgeschlossen (12-13 Jahre Ausbildung), 5 = Universitäts-, Hochschulabschluss.
Um Normwerte hinzuzufügen, müssen im ersten Schritt über den Button Variable jene Variablen ausgewählt werden, für die Normwerte hinzugefügt werden sollen (siehe Screenshot unterhalb).
Anschließend kann auf der linken Seite des Normeditors eine Variable ausgewählt werden und die Rohwert – Normwert Zuordnung eingetragen werden. Dazu muss für jedes Wertepaar eine Zeile in der Tabelle hinzugefügt werden und anschließend der Rohwert und der korrespondierende Normwert eingetragen werden (siehe Screenshot unterhalb).
Welche Rohwerte eingegeben werden müssen, hängt von der individuellen Einstellung des Tests sowie der Berechnung der Variablen (definiert den Wertebereich) sowie der tatsächlichen empirischen Werteverteilung in der Stichprobe auf deren Basis die Normwerte berechnet wurden ab.
Für jede Variable kann zudem die Reliabilität (z. B. interne Konsistenz) angegeben werden, sofern diese bekannt ist. Ist für eine normierte Variable eine Reliabilität verfügbar werden im Ergebnisbericht automatisch Konfidenzintervalle für die Normwerte ausgegeben. Erlaubte Werte liegen dabei im Bereich von 0.01 bis 0.99.
Import der Normwerte per .csv Datei
Um das Hinzufügen der Werte insbesondere bei Tests mit mehreren normierten Variablen zu erleichtern, können die Werte per .csv Datei importiert werden. Die Datei muss dabei einem vordefiniertem Format entsprechen. Für jede Variable, für die Werte importiert werden sollen, müssen zwei Spalten enthalten sein, eine für die Rohwerte und eine für die Normwerte, die Zuordnung Rohwert zu Normwert erfolgt über die Zeile. Die Spalten für die Rohwerte müssen im Format „Kurzbezeichnung der Variable|rawvalue“ (z. B. PHY|rawvalue), jene für die Normwerte im Format „Kurzbezeichnung der Variable|normvalue“ (z. B. PHY|normvalue) benannt sein (siehe Screenshot unterhalb).
Eine Vorlage, wie die .csv Datei aussehen formatiert sein muss, kann über den Button Vorlage heruntergeladen werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass alle zu normierenden Variablen für die Normierung ausgewählt wurden (siehe oben). Diese Datei kann in gängigen Editor-Programmen geöffnet und die Roh- und Normwerte eingetragen werden (siehe Screenshot oberhalb).
Achtung: Das erwartete Trennzeichen zwischen den Werten ist ein Komma. Manche Editorprogramme verwenden standardmäßig ein Semikolon, wenn Dateien als .csv abgespeichert werden. Vor dem Import empfiehlt es sich, die Datei in einem Texteditor zu prüfen.
Über den Button Import kann anschließend die so erstellte .csv Datei ausgewählt und importiert werden. Jeder Import überschreibt dabei alle bereits vorhandenen Werte in der Norm.
Erstellen von Normen mit Untergruppen
Es besteht die Möglichkeit, Normen mit Untergruppen zu erstellen. Diese erlauben es, auf Basis von soziodemografischen Merkmalen getrennte Normen zu erstellen und zu verwenden. Die erlaubt es z. B. Normen für spezifische Altersgruppen zu erstellen. Wird eine Person getestet, und die altersspezifische Norm verwendet, so wird automatisch die passende Altersgruppe als Vergleichsstichprobe gewählt.
Um eine Norm mit Untergruppen zu erstellen, wählen Sie die Option Norm mit Untergruppen beim Hinzufügen einer neuen Norm. Anschließend muss im ersten Schritt das Merkmal ausgewählt werden, welches zur Bildung der Norm je Untergruppen verwendet wurde und anschließend die Anzahl der Untergruppen ausgewählt werden (siehe Screenshot unterhalb).
Der Normeditor erlaubt es nun, jede Untergruppe im Feld Aktuelle Untergruppe auszuwählen und je Gruppe die entsprechenden Werte einzugeben. Dabei ist es wichtig, dass für das relevante Merkmal (Alter, Geschlecht oder Bildungsgrad) die Angaben im Feld Angaben zur Stichprobe adäquat eingetragen werden. Dies bedeutet, dass für jede Untergruppe angegeben wird, wie sie sich zusammensetzt. Wird z. B. das Merkmal Geschlecht gewählt so muss für die Gruppe Gender_01 angegeben werden, ob diese Frauen oder Männer beinhaltet. Dadurch ist es möglich geschlechtsspezifische Normen für Frauen und Männer umzusetzen (siehe Screenshot unterhalb).
Mit demselben Vorgehen können so altersspezifische Normen für unterschiedliche Altersgruppen (z. B. eine Norm für Personen im Altersbereich 20-40 Jahre und eine für Personen im Altersbereich 41-70) erstellt werden. Bei der Erstellung von Normen für Untergruppen auf Basis des Bildungsgrads können nur zwei Gruppen erstellt werden, wobei je Gruppe ein oder mehrere Bildungsgrade enthalten sein können (z. B. eine Norm für den Bildungsgrad 1-3 und eine für den Bildungsgrad 4-5).
Die sinnvolle Verwendung von Normen mit Untergruppen setzt voraus, dass für die Testpersonen die relevanten Merkmale bekannt und im WTS eingetragen sind (Alter, Bildungsgrad und Geschlecht).